Warum hast Du uns allein gelassen?

----------------------------------------------------------------------------------------


Ein Film von Dora Heinze (in drei Teilen) - Gesamtspielzeit: ca. 30 Minuten


Wie ein Suizid Familien verändert, erzählt Dora Heinze in ihrem Film. Die Angehörigen quälen sich mit Fragen, die niemand beantworten kann und leben mit einem Stigma.

Warum war ich nicht da? (Teil 1) (rechte Maustaste, Ziel speichern unter ...)
Simone R. lebt allein mit vier Kindern: den eigenen und den beiden Neffen. Sie hat die einzige Schwester und später auch ihren Ehemann durch Freitod verloren. Warum war sie an jenem Vormittag nicht da, als ihr Mann sich tötete? Hat sie als Ehefrau versagt? In ihrem kleinen Thüringer Ort wurde sie gemieden. Es war, als ob ein Fluch über der Familie liegen würde. Sie zog weg, doch die Schuldgefühle quälten sie weiter. Simone hat Trauerseminare besucht und betreut jetzt andere Suizid-Angehörige. Sie geht mit ihnen zu den Orten, die den Trauernden körperlich krank machen: zu dem Waldstück, wo der Angehörige gefunden wurde, auf den Bahnhof, wo er sich vor den Zug geworfen hat. Und sie hat sich mit Pfarrern aus Nachbarorten zum Notseelsorgedienst zusammengetan.


Was habe ich falsch gemacht? (Teil 2) (rechte Maustaste, Ziel speichern unter ...)
Petra H. wohnt in einem kleinen Ort bei Leipzig. Ihr Sohn vergiftet sich kurz vor seinem 19. Geburtstag mit Auspuffgasen seines Autos. War sie eine schlechtere Mutter, als andere? Was hat sie falsch gemacht? Warum hat sich ihr Kind umgebracht? Mit ihrem Ehemann kann sie über ihren Schmerz und ihre Schuldgefühle nicht reden. "Männer gehen da anders damit um, fressen es in sich hinein." Am Todestag ihres Sohnes geht sie im Frühnebel an den See, wo er mit dem Auto stand und grüßt ihn mit Schwimmkerzen und Blumen, sie redet mit ihm an seinem Grab und hat im Haus überall Fotos von ihm aufgestellt.

Sein Zimmer hat sie jetzt erst umgeräumt. Hier sitzt sie am Computer, um Rundbriefe an andere verwaiste Eltern zu schreiben oder am Telefon sich deren Verzweiflung anzuhören. Sie hält Vorträge in der Öffentlichkeit, um zu erzählen, wie man anders auf Suizidangehörige in ihrer Trauer reagieren sollte. Jetzt richtet sie in Leipzig ein Büro ein als Anlaufstelle für Betroffene.

Ein Nachmittag ohne das Stigma "Suizidfamilie" (Teil 3)
(rechte Maustaste, Ziel speichern unter ...)

Einmal im Jahr, Ende November, treffen sie sich in der Dorfkirche von Loitzschütz und stellen Fotos ihrer Kinder auf. Die Pfarrerin hatte sofort zugesagt und versucht, diesen Gottesdienst so einfühlsam wie möglich zu gestalten. Sie möchte den Eltern einen würdigen Ort zum gemeinsamen Nachdenken geben - und einen Nachmittag ohne das Stigma "Suizidfamilie".


Quelle:
http://www.mdr.de/nah_dran/4015580.html

 



 

Digital Something